Kakerlake in der Wohnung gefunden – was tun?

Eine Kakerlake in der Wohnung ist ein Schreck – aber nicht immer ein Befall. Mit diesen fünf Schritten schätzen Sie die Lage richtig ein.

Von Michael Thorn Dienstleistungen · Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Die Kurzantwort

Wer eine Kakerlake in der Wohnung findet, sollte das Tier fangen oder fotografieren, die Art bestimmen und Küche und Bad gezielt auf Kot, Häutungsreste und Eipakete prüfen. Bei Anzeichen eines Befalls sollten Mieter den Vermieter informieren und ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.

In 5 Schritten zur richtigen Reaktion

  1. Tier fangen oder fotografieren

    Stülpen Sie ein Glas über das Tier oder machen Sie ein scharfes Foto, möglichst mit einer Münze als Größenvergleich. Nicht zertreten – so verteilen Sie keine Keime und keine Eier.

  2. Art bestimmen

    Hell bernsteinfarben und im Sommer von draußen hereingeflogen? Dann ist es vermutlich eine harmlose Bernsteinschabe. Hellbraun mit zwei dunklen Streifen hinter dem Kopf deutet auf die Deutsche Schabe hin. Hilfe bietet unser Ratgeber Schabenarten erkennen.

  3. Gezielt nach Spuren suchen

    Leuchten Sie nachts mit einer Taschenlampe in Küche und Bad. Prüfen Sie hinter Kühlschrank, Herd, Spülmaschine und unter der Spüle auf Kotkrümel, Häutungsreste und Eipakete.

  4. Vermieter oder Hausverwaltung informieren

    Bestätigt sich der Verdacht, sollten Mieter den Vermieter umgehend informieren. In Mehrfamilienhäusern sind oft mehrere Wohnungen betroffen.

  5. Fachbetrieb hinzuziehen

    Ein Schabenbefall lässt sich mit Hausmitteln kaum dauerhaft beseitigen. Ein Fachbetrieb bestimmt die Art, findet die Verstecke und stimmt die Bekämpfung ab.

Verdacht bestätigt? Schicken Sie uns ein Foto oder rufen Sie an – wir helfen bei der Einschätzung.

Getrocknete Lebensmittel in verschlossenen Glasbehältern
Verschlossene Vorräte machen es Schaben schwer.

Was Sie besser nicht tun sollten

  • Nicht wild sprühen: Insektensprays treffen meist nur sichtbare Tiere und können den Rest in andere Räume oder Nachbarwohnungen treiben.
  • Nicht abwarten: Die Deutsche Schabe vermehrt sich schnell. Ein kleiner Befall ist leichter zu beseitigen als ein großer.
  • Nicht verschweigen: In Mehrfamilienhäusern hilft nur ein abgestimmtes Vorgehen. Schaben haben in der Regel nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun.

Woher kommen Kakerlaken?

Kakerlaken werden meist eingeschleppt – mit Kartons, Lebensmittellieferungen, gebrauchten Möbeln und Elektrogeräten oder im Reisegepäck. In Mehrfamilienhäusern wandern sie zudem über Leitungsschächte und Rohrdurchführungen aus Nachbarwohnungen ein.

Können Kakerlaken fliegen?

Die Deutsche Schabe hat Flügel, fliegt aber kaum. Die Weibchen der Orientalischen Schabe sind flugunfähig. Gut fliegen kann die harmlose Bernsteinschabe – sie ist oft die „fliegende Kakerlake“, die im Sommer abends durchs Fenster kommt.

Wer zahlt bei Kakerlaken in der Mietwohnung?

Ein Schabenbefall gilt in der Regel als Mangel der Mietsache. Für die Beseitigung ist dann meist der Vermieter zuständig, sofern der Mieter den Befall nicht selbst verursacht hat. Mieter müssen den Befall unverzüglich melden.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Bedeutet eine einzelne Kakerlake schon einen Befall?

Nicht zwingend. Eine einzelne Bernsteinschabe im Sommer ist harmlos. Finden Sie dagegen eine Deutsche Schabe in der Küche, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass weitere Tiere versteckt leben – dann lohnt sich eine gründliche Kontrolle.

Kommen Kakerlaken ins Bett?

Schaben halten sich bevorzugt in Küche und Bad auf, wo es warm und feucht ist und Nahrung gibt. Im Bett sind sie selten. Wer nachts gestochen wird, sollte eher an Bettwanzen denken.

Muss ich Kakerlaken dem Ordnungsamt melden?

Für Privathaushalte gibt es in der Regel keine allgemeine Meldepflicht. Bei Hygienemissständen, die andere gefährden, können Ordnungs- oder Gesundheitsamt eingreifen. Lebensmittelbetriebe müssen Schädlinge grundsätzlich sofort bekämpfen.

Kakerlaken? Wir helfen weiter.

Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns ein Foto – wir besprechen das weitere Vorgehen.

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